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Wann Pferdetraining schwer wird – und warum genau das dein Zeichen sein kann, einen Schritt zurückzugehen

pferdetraining

Heute möchte ich mal wirklich über Pferdetraining sprechen

Und darüber, wann es vielleicht nicht darum geht, noch konsequenter zu sein, noch mehr Hilfen zu geben oder noch länger durchzuhalten — sondern darum, kurz stehen zu bleiben.


Denn die meisten Menschen in der Pferdewelt trainieren ihre Pferde regelmäßig. Ob das immer nötig ist, darüber könnte man nochmal einen ganz eigenen Artikel schreiben.

Aus meiner Sicht werden viele Pferde heute exzessiv trainiert, um Haltungsbedingungen, fehlende Bewegung oder innere Unruhe zu kompensieren.


Und wenn ein Pferd damit fein ist, wenn es Freude daran hat und die gemeinsame Arbeit beiden gut tut — wunderschön.

Aber darum soll es heute gar nicht gehen.


Training, das sich nicht mehr leicht anfühlt

Mir geht es um diese Momente im Pferdetraining, die sich plötzlich schwer anfühlen.

Momente, in denen wir anfangen, immer mehr zu machen.Mehr treiben.Mehr korrigieren.Mehr festhalten.Mehr „dranbleiben“.


Und irgendwann sagen wir Sätze wie:

„Ich brauche bei diesem Pferd einfach mehr Zügel.“ „Ich muss ständig mit der Gerte erinnern.“ „Der braucht einfach mehr Bein.“

Aber Pferde sind hochsensitive Wesen.Unglaublich fein. Unglaublich reaktiv.

Und nein — das betrifft nicht nur bestimmte Rassen.


Ja, mein Lusitano Quilate bringt von seiner Zucht aus sicher viel Reaktivität mit. Dafür wurden Pferde wie er gezüchtet. Aber ein Haflinger ist nicht weniger sensibel. Vielleicht zeigt er es nur anders. Vielleicht wurde es ihm nie erlaubt.

Ein Pferd bleibt ein Pferd.


Wo wir anfangen, „mehr“ zu machen

Und genau deshalb dürfen wir anfangen, genauer hinzufühlen.

Wo wird es in der Arbeit mit deinem Pferd ungemütlich?Wo fühlt es sich nicht mehr leicht an?Wo hast du das Gefühl, du musst immer mehr geben, damit überhaupt noch etwas zurückkommt?

Denn natürlich darf Training auch mal herausfordernd sein.Natürlich gibt es Momente, in denen etwas nicht sofort klappt.

Aber dauerhaft?


Dauerhaft möchte ich mich nicht durch eine Einheit kämpfen müssen.

Ich merke inzwischen sehr schnell, wenn etwas nicht mehr im Fluss ist.Und genau dann schaue ich genauer hin.


Mein Beispiel mit Quilate

Gestern zum Beispiel beim Reiten mit meinem fünfjährigen Lusitano Quilate.

Immer wenn ich ihn auf dem Zirkel gebogen habe, ist er mir nach innen weggekippt und hat die Linie verloren. Und ich habe gemerkt, wie ich angefangen habe, außen mehr zu halten, innen mehr zu treiben, ihn ständig wieder rauszukorrigieren.


Und währenddessen kam sofort dieses Gefühl in mir hoch:

So möchte ich eigentlich nicht arbeiten.

Nicht dauerhaft.

Also bin ich abgestiegen.

Ich habe ihm die Biegung nochmal vom Boden aus erklärt.In Ruhe. Ohne dass gleichzeitig mein Gewicht, die Hilfen und die Bewegung dazu kommen.

Ich habe überprüft, ob er wirklich verstanden hat, dass „Biegung“ nicht einfach „abbiegen“ bedeutet.

Und erst als das klar war, bin ich wieder aufgestiegen.

Dann nochmal im Schritt.Dann im Trab.


Und wenn ich weiß, mein Pferd hat etwas wirklich verstanden, dann darf ich auch einmal klar korrigieren. Aber wenn ich merke, dass Verständnis fehlt, dann bringt es nichts, einfach mehr Hilfen draufzulegen.

Dann gehe ich lieber Schritte zurück.


Zurückgehen ist kein Rückschritt

Ich glaube, genau das dürfen wir viel öfter tun.

Nicht aus Unsicherheit.Nicht aus fehlender Konsequenz.

Sondern weil echte Kommunikation manchmal bedeutet, langsamer zu werden.


Die Arbeit mit unserem Pferd darf sich leicht anfühlen.Nicht immer perfekt. Nicht immer mühelos. Aber leicht im Kontakt. Leicht in der Verbindung.

Und wenn sie das nicht tut, dann ist das vielleicht keine Aufforderung, härter zu werden.

Sondern klarer.

Also frag dich mal ehrlich:

Wo wird es schwer zwischen dir und deinem Pferd?Und wie könntest du es deinem Pferd anders erklären, statt einfach nur mehr zu machen?


Leichtigkeit entsteht durch Verständnis

Vielleicht ist genau dieses „Es fühlt sich irgendwie nicht leicht an“ der Moment, an dem man beginnen darf, anders hinzuschauen.

Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, findest du hier auf der Website meine Angebote zur Einzelzusammenarbeit und Monatsbegleitung.

Über das Kontaktformular kannst du dich jederzeit bei mir melden und wir schauen gemeinsam, was dein Pferd dir vielleicht schon längst sagen möchte.

Mehr Infos findest du hier Coaching / Angebot.



 
 
 

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